Vom Übergang zur Mündigkeit – 475 Jahre Konfirmation

Ausstellung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

 

» Zulassung für den Tisch des Herrn...«

Der Stil und die Ausrichtung der Konfirmandenarbeit verändern sich im Laufe der Zeit. Jede Pfarrerin und jeder Pfarrer setzt seine eigenen Schwerpunkte.

Wilhelm Niemöller 1898 – 1983, Bruder von Martin Niemöller, führte 1962 einen Stoffplan mit Anwesenheitsliste.

Lehrplan Innerhalb des Konfirmanden-Unterrichts hat das Auswendiglernen lange Zeit einen hohen Stellenwert.
Die Konfirmanden müssen je nach konfessioneller Ausrichtung Luthers Kleinen Katechismus, den Hessischen oder den Heidelberger Katechismus aufsagen können.

Einige Pfarrer und Pfarrerinnen lassen auch heute noch die Zehn Gebote, das Glaubensbekenntnis, Psalm 23 und das Vaterunser auswendig lernen.

Prüfung und Konfipass Der Pfarrer soll die Kinder über das Gelernte aus dem Katechismus-Unterricht befragen, heißt es in der Ziegenhainer Zuchtordnung. Der Wissens-Check ist inzwischen nicht mehr Pflicht. Doch wo es die Prüfung weiterhin gibt, sprechen Pfarrer und Kirchenvorsteher in freundlicher Atmosphäre über Themen aus dem Konfirmandenunterricht, Erfahrungen aus den Gottesdiensten und Erlebnisse in der Konfirmandengruppe.
Eine moderne Alternative ist der Konfipass. Er verzeichnet den Lernstoff, die Teilnahme am Gemeindeleben und die besuchten Gottesdienste.


Elemente der Konfirmation:
  • Erinnerung an die Taufe
  • Befragung über die wichtigsten Elemente des christlichen Glaubens
  • Öffentliches Bekenntnis zum Glauben
  • Handauflegung des Pfarrers
  • Zulassung zum Abendmahl
 

Konfirmandenunterricht

Die Idee Bucers der Unterweisung im Glauben vor der Konfirmation war revolutionär. Begleiterscheinung des verbindlichen Unterrichts in Zeiten noch fehlender Schulpflicht war, dass die jungen Menschen nebenbei lesen und schreiben lernten.

Schon Luther forderte ausgehend von der Bibel als Grundlage christlichen Glaubens eine umfassende öffentliche Erziehung zur Humanität. Er hielt die Bildung in jungen Jahren für wesentlich und führte ein christliches Lehrbuch, den Katechismus, für den Hausgebrauch ein. Traditionellerweise wurde während Konfirmandenarbeit also Luthers kleiner Katechismus (fünf Hauptstücke) oder je nach konfessioneller Bindung der Heidelberger bzw. Hessische Katechismus auswendig gelernt. Hinzu kamen Lieder aus dem Ev. Gesangbuch und Bibeltexte.

Viele Pfarrerinnen und Pfarrer lassen heute noch die Zehn Gebote, das Glaubensbekenntnis, Psalm 23 und das Vaterunser auswendig lernen. Manchmal sind noch die Abendmahlsworte und der Taufbefehl dabei. Einige Stücke auswendig zu lernen wird nach wie vor positiv beurteilt, damit wichtige Texte der Tradition lebendig bleiben.

Die Prüfung

In vielen Gemeinden gehört die Prüfung der Konfirmandinnen und Konfirmanden bis heute zur Konfirmandenzeit dazu, sie ist aber nicht mehr verbindlich. Wenn eine Prüfung stattfindet, sollte sie am Ende der Konfirmandenzeit unter Beteiligung von Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern erfolgen. Ob außer Mitgliedern des Kirchenvorstandes noch Eltern und Paten zu der Prüfung eingeladen werden, muss jede Pfarrerin/jeder Pfarrer mit dem zuständigen Kirchenvorstand entscheiden. Die Prüfung kann auch im Rahmen einer Konfirmandenstunde stattfinden.

Vorbereitung und Durchführung der Prüfung sollten so gestaltet sein, dass die Konfirmandinnen und Konfirmanden dadurch nicht entmutigt werden. Themen des Prüfungsgesprächs sollten die Inhalte des Unterrichts sein, aber auch die Erfahrungen im Gottesdienst, in der Kirchengemeinde und in der Konfirmandengruppe.
Konfirmandenprüfungen gehören nicht in den Gottesdienst.

Die Gepflogenheiten einer Prüfung werden in den letzten Jahren von Gemeinden recht unterschiedlich gehandhabt. Viele verzichten auf eine öffentliche Prüfungssituation oder ersetzen sie z.B. durch einen „Konfipass“, dabei werden in einem Heft die Aktivitäten in der Gemeinde und die geforderten Gottesdienstbesuche eingetragen. Wer die festgelegten Aufgaben absolviert und am Unterricht regelmäßig teilgenommen hat, wird zur Konfirmation zugelassen.

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