Vom Übergang zur Mündigkeit – 475 Jahre Konfirmation

Ausstellung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

 

Ja sagen?!

Taufbekräftigung: eine bewusste Entscheidung
Ein persönliches »Ja« zur Taufe und zum eigenen Glauben an Jesus Christus: Das bedeutet für die meisten evangelischen Jugendlichen die Konfirmation. Damals bei ihrer Taufe gaben ihre Eltern und Paten stellvertretend das Taufversprechen. Jetzt, mit 14 Jahren, sind sie alt genug, es aus eigener Überzeugung zu bekräftigen.

So selbstverständlich die Konfirmation heute scheint, im 16. Jahrhundert ist sie es nicht. Die Säuglingssterblichkeit liegt hoch. Deshalb legen Eltern großen Wert darauf, ihr Neugeborenes so schnell wie möglich taufen zu lassen. Sollte es sterben, wäre ihm immerhin das ewige Leben bei Gott ermöglicht.
Die Anhänger der Täuferbewegung bestehen auf der Erwachsenentaufe. Ihre Argumentation: Neugeborene können noch nicht frei entscheiden, ob sie getauft werden wollen.
Den entscheidenden Kompromiss findet Martin Bucer für die Ziegenhainer Zuchtordnung: Kindertaufe ja. Und als Ergänzung zu einem späteren Zeitpunkt die Konfirmation.
Um die jungen Menschen darauf vorzubereiten, sieht er für alle gemeinsam den Katechismus- Unterricht mit abschließender Prüfung vor. An einem hohen Festtag wie Ostern, Pfingsten oder Weihnachten sollen Eltern und Paten die Jugendlichen der Gemeinde vorstellen. Mit der Konfirmation sind die jungen Menschen zum Abendmahl zugelassen.
 

Taufbekräftigung

Solange Kinder getauft werden, besteht das Bedürfnis, bei der Konfirmation auf die Taufe zurückzukommen. Nach Auffassung der Reformatoren ist der Unterricht der getauften Kinder die Bedingung für ihre Zulassung zum Abendmahl.

Auch wenn einige Jugendliche erst während der Konfirmandenzeit getauft werden, und das ist i.d.R. bei 4 bis 6 % der teilnehmenden der Fall, kann man den Konfirmandenunterricht als nachgeholten Taufunterricht verstehen.

Konfirmation ist aber gleichwohl keine Taufbestätigung, weil die Taufe voll gültig ist.
Die Konfirmation kann als Aktualisierung des Taufsegens, als Taufbekräftigung beschrieben werden.