Vom Übergang zur Mündigkeit – 475 Jahre Konfirmation

Ausstellung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

 

... so, dass es die anderen hören

Bekennen heißt öffentlich zu zeigen, was die eigene Überzeugung ist. Ein wichtiges Element der Konfirmation ist das Bekenntnis.

Credo: Ich glaube. Wenn im Gottesdienst das Apostolische und an Festtagen das Nizänische Glaubensbekenntnis gemeinsam gesprochen wird, geschieht das in einer sehr eigenen, altertümlichen Sprache. Keiner muss deshalb heute jedes einzelne Wort für sich persönlich unterschreiben.

Das gemeinsame öffentliche Sprechen des Glaubensbekenntnisses hat mehrere Bedeutungen:

  • Die Zustimmung zur Verkündigung des Bibelwortes
  • Die Verbindung mit Christen anderer Konfessionen,
    die das Credo ebenfalls sprechen
  • Das gemeinsame Erleben von Gemeinschaft im
    Gottesdienst

Bekenntnis in modernem Gewand. Indem die Konfirmandinnen und Konfirmanden das Glaubensbekenntnis mitsprechen, drücken sie ihre Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Christen aus. In manchen Gemeinden sprechen sie im Konfirmationsgottesdienst ein selbst verfasstes Bekenntnis.

Moderne Formen des Bekenntnisses sind sowohl in der Konfirmationsagende der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck als auch im Evangelischen Gesangbuch enthalten.

Nizänisch und Apostolisch: Zwei Formen des Glaubensbekenntnisses stehen in der evangelischen und in der katholischen Kirche nebeneinander: Das Nizänische ist das »große Glaubensbekenntnis «. Es ist ausführlicher als das Apostolische. Das Bekenntnis von Nizäa-Konstantinopel wird 325 nach Christus auf dem Konzil von Nizäa beschlossen und 381 in Konstantinopel bestätigt. Das Apostolische ist das »kleine Glaubensbekenntnis «. Es entsteht im 4. Jahrhundert nach Christus und wird im 9. Jahrhundert unter Karl dem Großen verbreitet.
 

Credo

Bekennen heißt: Dazu stehen, seine Überzeugung kundtun, sich einreihen in eine Glaubenstradition, Zusammengehörigkeit demonstrieren.

In der Liturgie des Gottesdienstes folgt das Glaubensbekenntnis der Lesung oder der Predigt. Es bedeutet in diesem Zusammenhang auch Zustimmung zur Verkündigung des Bibelwortes. Das gemeinsame Sprechen des Bekenntnisses signalisiert darüber hinaus Verbindung zu Christen anderer Konfessionen, mit denen uns das Credo wie das Vaterunser vereint. Das gemeinsame Sprechen von Bekenntnissen, Gebeten und das Singen kann das Gemeinschaftserlebnis im Gottesdienst stärken.

Die Konfirmationsagende der EKKW von 1975 bietet zwei liturgische Formen für die Konfirmation, in denen für diese Frage nach dem Bekenntnis der Konfirmandinnen und Konfirmanden unterschiedliche Vorschläge vorliegen.
Im Evangelischen Gesangbuch stehen auch moderne Bekenntnisse für den gottesdienstlichen Gebrauch.