Vom Übergang zur Mündigkeit – 475 Jahre Konfirmation

Ausstellung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

 

... und Mitgestalten

Gottesdienst feiern. »Langweilig« finden viele Konfirmandinnen und Konfirmanden den Gottesdienst. Ablauf und Inhalt sind ihnen fremd. Im Konfirmandenunterricht liegt deshalb eine große Chance: Ganz unter Gleichaltrigen lässt sich ergründen, was ein Gottesdienstbesuch für jeden persönlich an positiven Erfahrungen bereit hält.

Mitmachen. Für Konfirmanden gibt es viele Möglichkeiten, sich am Gottesdienst aktiv zu beteiligen: Glocken läuten, Liedtafeln stecken, Altarkerzen anzünden, die Gottesdienstteilnehmer begrüßen, die Kollekte einsammeln. Unmittelbar vor dem Gottesdienst gibt es viel zu tun, das Konfirmandinnen und Konfirmanden übernehmen können. Den Psalm im Wechsel mit der Gemeinde sprechen, selbst formulierte Gebete vortragen, Lesungen übernehmen, kurze Spielszenen oder Projektergebnisse aus dem Konfirmandenunterricht präsentieren, Musik und Lieder vortragen: Auch während des Gottesdienstes gibt es immer wieder Möglichkeiten, sich zu beteiligen.

Sogar am Predigttext kann Mitmachen angesagt sein. In der Konfirmandenstunde wird die geplante Predigt diskutiert, Pfarrer oder Pfarrerin ändern sie nach den Vorschlägen der Jugendlichen. Wer aus der Konfirmandengruppe will da nicht dabei sein, wenn die »eigene« Predigt im Gottesdienst gehalten wird?

Familiengottesdienste werden lebendiger, wenn Konfirmandinnen und Konfirmanden mitmachen. Bei Taufgottesdiensten können sie das Taufwasser eingießen, die Taufkerze anzünden, das Taufevangelium oder den Taufspruch verlesen, gute Wünsche für den Täufling vortragen.

Zum Beispiel: Fürbitten. Die Fürbitten schließen andere ins Gebet mit ein, sie können Anliegen der Predigt oder das Tagesgeschehen aufnehmen. In den Fürbitten realisiert sich die diakonische und ökumenische Dimension des Gottesdienstes am deutlichsten: Kirche, das sind nicht nur wir hier, sondern viele andere gehören dazu. Fürbitte halten ist Aufgabe und Anliegen der ganzen Gemeinde. Fürbitten können von den Jugendlichen selbst aufgeschrieben und vorgetragen werden.
 

Gottesdienst feiern

Den meisten Konfirmandinnen und Konfirmanden ist der Gottesdienst fremd und unbekannt. In der Konfirmandenarbeit liegt die Chance, die Jugendlichen eine Beziehung zu dieser zentralen Veranstaltung der Gemeinde finden zu lassen.

In fast allen Gemeinden gehört zur Konfirmandenarbeit die regelmäßige Teilnahme am sonntäglichen Gottesdienst dazu.

Die Gottesdienstpflicht bietet Konfirmandinnen und Konfirmanden einen gewissen Schutzraum, um für sich selbst heraus zu finden, ob und wie Gottesdienst sie persönlich anspricht.

Wer sich für die Gottesdienstpflicht entscheidet, hat selbst die Aufgabe, den Konfirmandinnen und Konfirmanden eine Teilnahme am Gottesdienst nicht unnötig zu erschweren. Aktive Mitwirkung von Jugendlichen im Gottesdienst ist freundlich und unterstützend zu fördern. Lieder und Präsentationen aus der Konfirmandenarbeit sollen im Gottesdienst wertgeschätzt werden. Pubertäre Unruhe ist geduldig zu ertragen. Die Predigt sollte auch die Interessen von Jugendlichen im Blick haben. Wer möchte, dass die Konfirmandinnen und Konfirmanden in die Gemeinde hinein wachsen und den Gottesdienst nicht nur absitzen, darf sie nicht als Störenfriede betrachten und behandeln.

Gottesdienstpflicht und Stützungsmaßnahmen allein schaffen keine größere Akzeptanz; Gemeinden sind aufgefordert, sich Beteiligungsmöglichkeiten von Konfirmandinnen und Konfirmanden zu öffnen.

Das Gottesdiensterleben der Jugendlichen hat jedenfalls eine hohe Bedeutung für das spätere Verhältnis zur Kirche