Vom Übergang zur Mündigkeit – 475 Jahre Konfirmation

Ausstellung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

 

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Konfirmation ist von Anfang an ein Teil evangelischer Kirchengeschichte. Sie ist über die 475 Jahre hinweg stets beliebt und gilt als wesentliche Stütze der Volkskirche.

Fast flächendeckend hat sich die Unterweisung der Jugendlichen, verbunden mit der Vorbereitung auf die erste Abendmahlsteilnahme durchgesetzt. Lange Zeit begann für die meisten Jugendlichen mit der Konfirmation auch ihre Berufstätigkeit oder ihre Ausbildung, die sie mitunter von Zuhause wegführten.

Wurde in den Anfängen die Konfirmation bis zu dreimal im Jahr (Weihnachten, Ostern und Pfingsten) gefeiert, gilt heute dafür traditionell die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten, bis in die 1960er-Jahre endete um diese Zeit in der Bundesrepublik Deutschland das Schuljahr (in der DDR endete es jeweils am 31. August).

Viele Elemente in der gegenwärtig gültigen Konfirmationsagende von 1975 gehen noch auf die Ziegenhainer Zuchtordnung zurück wie Verkündigung und Bekenntnis, Fürbitte, Einsegnung mit Handauflegung und erste Teilnahme am Abendmahl. Im Konfirmationsgottesdienst begrüßt die Kirchengemeinde die Konfirmierten als mündige Glieder der Gemeinde, die nun ihr Leben als Christinnen und Christen selbst in die Hand nehmen.

Als »das wohl segensreichste Geschenk der hessischen Reformationsgeschichte an die weltweite evangelische Christenheit« bezeichnet der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen- Waldeck die Konfirmation. Im Laufe der Zeit habe sich im Verständnis und in der Praxis der Konfirmation manches verändert. »Das ändert aber nichts daran, dass die Konfirmandenzeit seit Jahrhunderten ein verlässliches Angebot an junge Menschen ist, Erfahrungen mit der Kirche und dem Glauben zu machen.«